Forum der Stadtbibliothek Ulm

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#1 18.11.2010 16:57:16

Bernard Gui
Mitglied
Registriert: 19.04.2010
Beiträge: 15

Re: Gestern 18.15h

Ich sass am Internetplatz und hatte unglücklicherweise meine Mineralwasserflasche, in die eine Magnesiumbrausetablette aufgelöst war, auf dem Tisch stehen. Das Mineralwasser war nun blassgelb gefärbt. Die Flasche war jedoch zweifelsfrei als geschlossenes Mineralwasserbehältnis zu identifizieren. Den zuckerverseuchten Süssgetränken habe ich schon seit Jahren abgeschworen. Eine dienstbeflissene, übereifrige Mitarbeiterin der Bibliothek nötigte mich unter Hinweis der Einhaltung der Hausordnung gemäss Paragraph... dieselbige SOFORT und ohne weitere Verzögerung inhaltlich zu vernichten.
Als Asthmatiker bin ich es seit Jahren gewohnt mein Trinken immer bei mir zu haben. Als gehorsamer deutscher Staatsbürger folgte ich unter Protest vor dem Hintergrund der tatsächlichen Realitäten dieser Aufforderung.
Bislang habe ich noch bei jedem meiner Aufenthalte es etliche Male gehört und gesehen, dass von den höchst ehrenwerten Bibliotheksbenutzern belegte Brote, belegte Brötchen, Kaffeestückchen und Süssigkeiten verzehrt wurden. Desweiteren kommt hinzu Handyklingeln und telefonieren.
Ich halte es ja mit dem alten GOETHE " Die Geister, die ich rief... , ist ein Kampf gegen die Windmühlen. Vor einigen Wochen war ich selbst zugegen, wie in der CAFE Etage ein junges weibliches Wesen sich ein Heissgetränk besorgte, um dann geräuschvoll ihre Bäckertüte zu öffnen und weiter geräuschvoll in das Kaffeestückchen zu beissen. Als hätte er es vorhergesehen, " erschien " in dieser Situation der Direktor der Bibliothek höchstselbst um einen kleinen Medienimbiss sich zu gönnen. Ich hätte ja darauf gewettet, dass er sie anspricht, um sie an die Einhaltung  der Hausordnung zu erinnern ( " Lassen sie ihre frevelhafte Bäckertüte samt Inhalt verschwinden " ). Doch nichts dergleichen geschah. Er las einfach in seiner Zeitung weiter.
Wogegen ich mich nun wehre, ist diese Ungerechtigkeit seitens der Bibliotheksmitarbeiter, die eine(n) pochen sehr stark auf die Einhaltung der Hausordnung und die anderen sind an ihrem Schreibtisch, machen ihre Arbeit und stehen den Benutzern für Fragen zur Verfügung, und übersehen das obenbeschriebene, wenn der Benutzer es nicht übertreibt. Was ich hingegen nicht lustig finde, wenn ich bei den Werken, Nabokov ins Regal greife und einen Band habe, wo ich mich frage wie kann an der Ausleihtheke dieses Buch überhaupt zurückgenommen worden sein, und andererseits SCHÄMT sich der Zurückbringer denn gar nicht.
Mit vorzüglicher Hochachtung
B. Gui

Offline

#2 18.11.2010 18:30:35

J. Lange
Gast

Re: Gestern 18.15h

Hallo Herr Gui,

grundsätzlich gilt die Satzung für die Stadtbibliothek Ulm. Dort heißt es u.a., dass das Essen und Trinken in allen Räumen der Stadtbibliothek nicht gestattet ist. Beim Trinken machen wir im Café aus sicherlich nachvollziehbaren Gründen eine Ausnahme (die wir bei der nächsten notwendigen Satzungsänderung auch ausdrücken werden). Beim Essen aber gibt es keine Ausnahme. Jüngst war der Presse in einer Glosse gar zu entnehmen, dass sogar Kekse nicht im Café von der Caritas ausgegeben werden dürfen.

Wenn nun der Bibliotheksleiter es einmal versäumt hat, eine essende Benutzerin zu ermahnen, so ist das eigentlich nicht seine Art - im Gegenteil, er ist schon öfter, gerade im Café entsprechend eingeschritten. Vielleicht hat er es seinerzeit einfach nicht bemerkt (aus welchen Gründen auch immer). Gelegentlich kommt es schon vor, dass er nicht mit den Augen eines Wachhundes durch die Bibliothek geht sondern sich schlicht einmal für 10 Minuten gedanklich völlig isolieren will. Dazu ist das Café mit seinen Zeitungen sehr geeignet. Aber wie schon gesagt, es gilt die Satzung. Recht haben Sie natürlich auch: manchmal kommt es auch uns wie ein Kampf gegen die Windmühlen vor ...

Beste Grüße

J. Lange

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