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#1 05.12.2014 16:18:18

Historikerin
Mitglied
Registriert: 29.03.2012
Beiträge: 47

Re: Eintragungen/Markierungen in Sprachlehrbüchern

leider musste ich zum wiederholten Male in diversen Sprachlehrbüchern (z.B. Englisch, Französisch) Eintragungen feststellen. Eigentlich sollte dies gar kein Thema sein, denn es sollte doch selbstverständlich sein, in Leihbücher keinerlei Eintragungen und Markierungen zu machen. Leider gilt dies jedoch nicht für alle Bibliotheksnutzer, was dann wiederrum für alle anderen, die die Bücher ausleihen, sehr ärgerlich ist. Es ist mir unverständlich wie erst wenige Wochen alte Bücher zahlreiche Eintragungen haben, so dass diese fortan für alle anderen Bibliotheksnutzer "unbrauchbar" sind oder diese nur nach mühevollem Ausradieren (sofern Bleistift verwendet wurde) genutzt werden können. Ich hatte auch schon Lehrbücher in der Hand, in welchen mit farbigen (!!!) Textmarkern seitenweise Markierungen vorgenommen wurden.

In der Kinderbibliothek ist auf sämtlichen Sprachlehrbüchern ein Aufkleber auf dem Buchcover angebracht, wonach Eintragungen nicht vorgenommen werden dürfen. Vielleicht wäre es sinnvoll diesen Verweis auch auf den Sprachlehrbüchern für Erwachsene anzubringen, da dies leider nicht für alle selbstverständlich ist.

Darüberhinaus wäre es vielleicht weiter sinnvoll ähnlich zu verfahren wie andere Bibliotheken. In Augsburg beispielsweise, wird auf sämtlichen (!!!) Büchern auf die erste leere Innenseite des jeweiligen Buches ein Aufkleber angebracht, welcher besagt, dass Eintragungen, Markierungen und Unterstreichungen eine Beschädigung darstellen und kostenpflichtig geahndet werden. Beschädigungen müssen umgehend dem Bibliothekspersonal mitgeteilt werden, welches dann möglicherweise den Vorbenutzer ausfindig machen kann. Auch wären möglicherweise "Stichproben" bestimmter Bücher sinnvoll, so dass diese Art der "Kontrolle" die Bibliotheksnutzer zu einem sorgsameren und pfleglicherem Umgang mit den Büchern zwingt.

Ich bin eigentlich gegen eine solche Form von "Kontrolle" und Überprüfungen, weil das eigentlich nicht notwenig sein sollte. Da aber manche Bibliotheksnutzer die ihnen überlassenen LEIHbücher in einem sehr unordentlichen Zustand zurückgeben, kann diese Unart wohl wirklich nur mit schärferen Kontrollen und finanziellen Ahndungen eingedämmt und vermieden werden.

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#2 15.12.2014 18:29:53

Rosenstock
Gast

Re: Eintragungen/Markierungen in Sprachlehrbüchern

Sehr geehrte Historikerin,

wer unser Meinungsforum durchgeht, der liest, dass Sie uns nicht zum ersten Male aus der Seele sprechen. Sie haben mit Ihrer Kritik völlig Recht und uns auf Ihrer Seite. In Bezug auf Ihren Lösungsvorschlag bin ich da schon deutlich zurückhaltender. Was sollten wir da nicht an formulierten Selbstverständlichkeiten alles hinein kleben - dass Bibliotheksbücher nicht mit in die Badewanne genommen werden und, wenn doch, man sie beim Lesen nicht untertaucht? Dass Papiertaschentücher als Lesezeichen höchsten dann angemessen sind, solange sie unbenutzt sind und sie, insbesondere, wenn sie benutzt waren, vor der Rückgabe doch bitteschön entfernt werden sollten? Dass Text und Bild aus Büchern nicht beliebig herausgetrennt werden - wie oft in einem Buch durchschnittlichen Umfanges sollten wir das vermerken? Mitunter bekommen wir unsere CDs oder DVDs mit zwei Löchern zurück, sollen wir eigens beschreiben, dass ihre Nutzung als bewegliches Ziel zum Luftgewehrschießen unangemessen ist? Wie viele Bibliotheksbenutzer haben sich bei uns bereits darüber beschwert, dass andere vor ihnen im "Stern" das Kreuzworträtsel gelöst haben?

Uns ist es nur punktuell möglich, den Verursacher von Schäden an Bibliotheksbestand eindeutig ausfinden zu machen. Wenn immer es möglich ist, setzen wir einen Schadenersatz durch. Grundsätzlich finden Sie eine entsprechende Bestimmung in unserer Satzung, auf die wir uns im Einzelfalle berufen können. Die Qualität des Bestandes leidet darunter auf Kosten Aller, es ist keine Frage. Manches Buch mit Nutz- oder Unterhaltungswert wird vorzeitig aus dem Bestand genommen, weil sein Aussehen nicht mehr zumutbar ist. Eine flächendeckende Kontrolle ist nicht zu leisten. Auch die von Ihnen vorgeschlagene Maßnahme ist zeit- und personalaufwändig, wird aber diejenigen nicht überzeugen, die nicht zu überzeugen sind. Das von Ihnen angesprochene und von mir generalisierte Problem haben alle Kolleginnen und Kollegen in allen Öffentlichen Bibliotheken, auch dort, wo sie aus Verzweiflung solche Aufkleber in die Medien kleben.

Ich teile Ihre Auffassung nicht, dass wir mit der von Ihnen vorgeschlagenen Maßnahme ein Problem lösen. Was Sie vorschlagen ist aus verschiedenen Gründen nicht durchsetzbar, z.B. weil die Eintragungen ins Sprachlehrbuch jemand hier im Hause gemacht haben kann, ohne als Entleiher aktiv zu werden, vielleicht nicht einmal einen Bibliotheksausweis hat. Zudem geht auch in den Bibliotheken, nicht zuletzt unter dem Druck ständig weniger werdenden Personals, der Trend deutlich hin zu flächendeckender Selbstbedienung bei Ausleihe und Rückgabe, was eine Kontrolle in jedem Einzelfall umso mehr unmöglich macht. Hier hilft uns tatsächlich der Einsatz digitaler Medien. Wir arbeiten daran, wohl wissend, was wir brauchen, nicht sicher seiend, ob wir bekommen, was wir im Interesse einer angemessenen Aufgabenerfüllung tatsächlich anbieten müssten.

Danke für Ihr Engagement, freundlichen Gruß,

Alexander Rosenstock






[quote=Historikerin]leider musste ich zum wiederholten Male in diversen Sprachlehrbüchern (z.B. Englisch, Französisch) Eintragungen feststellen. Eigentlich sollte dies gar kein Thema sein, denn es sollte doch selbstverständlich sein, in Leihbücher keinerlei Eintragungen und Markierungen zu machen. Leider gilt dies jedoch nicht für alle Bibliotheksnutzer, was dann wiederrum für alle anderen, die die Bücher ausleihen, sehr ärgerlich ist. Es ist mir unverständlich wie erst wenige Wochen alte Bücher zahlreiche Eintragungen haben, so dass diese fortan für alle anderen Bibliotheksnutzer "unbrauchbar" sind oder diese nur nach mühevollem Ausradieren (sofern Bleistift verwendet wurde) genutzt werden können. Ich hatte auch schon Lehrbücher in der Hand, in welchen mit farbigen (!!!) Textmarkern seitenweise Markierungen vorgenommen wurden.

In der Kinderbibliothek ist auf sämtlichen Sprachlehrbüchern ein Aufkleber auf dem Buchcover angebracht, wonach Eintragungen nicht vorgenommen werden dürfen. Vielleicht wäre es sinnvoll diesen Verweis auch auf den Sprachlehrbüchern für Erwachsene anzubringen, da dies leider nicht für alle selbstverständlich ist.

Darüberhinaus wäre es vielleicht weiter sinnvoll ähnlich zu verfahren wie andere Bibliotheken. In Augsburg beispielsweise, wird auf sämtlichen (!!!) Büchern auf die erste leere Innenseite des jeweiligen Buches ein Aufkleber angebracht, welcher besagt, dass Eintragungen, Markierungen und Unterstreichungen eine Beschädigung darstellen und kostenpflichtig geahndet werden. Beschädigungen müssen umgehend dem Bibliothekspersonal mitgeteilt werden, welches dann möglicherweise den Vorbenutzer ausfindig machen kann. Auch wären möglicherweise "Stichproben" bestimmter Bücher sinnvoll, so dass diese Art der "Kontrolle" die Bibliotheksnutzer zu einem sorgsameren und pfleglicherem Umgang mit den Büchern zwingt.

Ich bin eigentlich gegen eine solche Form von "Kontrolle" und Überprüfungen, weil das eigentlich nicht notwenig sein sollte. Da aber manche Bibliotheksnutzer die ihnen überlassenen LEIHbücher in einem sehr unordentlichen Zustand zurückgeben, kann diese Unart wohl wirklich nur mit schärferen Kontrollen und finanziellen Ahndungen eingedämmt und vermieden werden.[/quote]

#3 16.12.2014 18:40:30

Historikerin
Mitglied
Registriert: 29.03.2012
Beiträge: 47

Re: Eintragungen/Markierungen in Sprachlehrbüchern

Sehr geehrter Herr Rostenstock,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

Natürlich haben Sie Recht, dass die "Unbelehrbaren" nur schwer bis gar nicht dazu ermutigt werden können, ihre Handlungen zu hinterfragen. Selbstverständlich können Sie mögliche Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit und Durchsetzbarkeit weitaus besser beurteilen, als ich. Dennoch war es mir ein Anliegen diesen Sachverhalt hier zu schildern, auch wenn sich mein Vorschlag nicht umsetzen lässt. Von Ihren Ausführungen war ich ehrlich gesagt geschockt. Es ist wirklich unvorstellbar, wie manche Nutzer die ihnen leihweise überlassenen Bücher/Medien behandeln.

Ich bin Ihnen dankbar, dass Sie die Meinungsanfragen/-anregungen der Mitglieder ausführlich und zeitnah beantworten.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute.

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